Hintergründe zur Region Centru

27.01.2020

Partnerschaft mit Landkreis Alba

Rumänien ist politisch wie Frankreich aufgebaut. In Rumänien gibt es 41 Kreise und die Stadt Bukarest. Für den EU-Beitritt Rumäniens 2007 war zusätzlich eine Regionalaufteilung notwendig geworden.

Rumänien wurde in 7 halbwegs vergleichbare Entwicklungsregionen plus Bukarest eingeteilt.

Die Partnerregion Brandenburgs ist die Entwicklungsregion Centru (dt. Zentrum) mit 6 Kreisen: Alba (Karlsburg), Brasov (Kronstadt), Covasna, Harghita, Mures, und Sibiu (Hermannstadt). Das Gebiet ist hinsichtlich der Fläche und der Bevölkerungsanzahl mit Brandenburg vergleichbar: 34.082 km2 und 2.360.805 Einwohner (2011).


Politische Führung der Region

Politische Entscheidungen für die Regionen treffen die jeweiligen Regionalen Entwicklungsräte. Diese bestehen aus Vertretern der Kreise. In Centru stellt jeder Kreis 4 Mitglieder, darunter den Kreispräsidenten (Landrat) und den Bürgermeister der jeweiligen Kreishauptstadt. Für jeweils ein Jahr führt ein Kreispräsident den Regionalen Entwicklungsrat. Zurzeit steht Adrian Vestea dem Regionalen Entwicklungsrat als Präsident vor (er ist zugleich Vorsitzender des Kreisrats/Landrat Brasov).

Als Exekutivorgan der Regionalen Entwicklungsräte agieren die Agenturen für Regionalentwicklung, in Centru die ADR Centru. Sie sind verantwortlich für alle Fragen der Regionalplanung und verantworten die Durchleitung der Strukturfonds der EU bezogen auf die Regionale Entwicklung. Die Agentur für Regionalentwicklung (ADR Centru) ist zudem auch verantwortlich für die Umsetzung der Arbeit des Regionalen Entwicklungsrates.

Die Beziehung der Regionen Brandenburg und Centru wurde durch Twinningprojekte (Verwaltungspartnerschaften im Zuge des Beitritts Rumäniens zur EU – 2002-2007) eingeleitet.

Dr. Simion Cretu war bereits in den Twinningprojekten der Partner für die Brandenburger Projektleiter und wurde dann folgerichtig auch Ansprechpartner für die Partnerschaftsbeauftragte.

Dr. Cretu ist für die rumänische Seite ein begeisterter Verfechter der Partnerschaft. Er initiierte und begleitete diverse Projekte in der Partnerschaft, bereiste in Delegationen mehrfach Brandenburg zum Erfahrungsaustausch und er empfing politische und wirtschaftliche Delegationen aus Brandenburg.

Die politische Situation in Rumänien und Centru

Der Präsident, Klaus Werner Johannis (PNL – Partei der Nationalliberalen und Deutschstämmiger Rumäne), wurde 2019 wiedergewählt. Er gilt als Verfechter der Rechtstaatlichkeit und Bekämpfer der Korruption. Ein erfolgreicher Misstrauensantrag der Opposition beendete Ende 2019 die Regierung unter Führung der PSD (Sozialdemokraten). Gegenwärtig führt eine Minderheiten-Regierung unter Leitung der PNL das Land.

Im Juni dieses Jahres stehen Kommunalwahlen an. Man rechnet auch mit vorgezogenen Wahlen des nationalen Parlaments.

Die zum Teil komplizierten und auch chaotischen Vorgänge in der Regierung werden in der Region Centru so nicht widergespiegelt. Die Region kann als politisch stabil angesehen werden. Die Kreise Covasna, Harghita und Mures werden durch die Vertreter der Partei der ungarischen Minderheit dominiert. In Brasov und Alba sowie Sibiu werden die Kreispräsidenten von den Liberalen gestellt. In den Kreisen Braşov und Sibiu spielt die deutsche Minderheit eine einflussreiche Rolle, in Sibiu stellt das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (dem auch der Präsident Johannis angehört) seit Jahren den Bürgermeister und viele Jahre auch den Vorsitzenden des Kreisrates. Die Deutschen werden wegen ihrer soliden Arbeit und Verwaltungserfahrung hochgeschätzt.

Dr. Simon Cretu ist politisch aktiv in der PNL verankert, in seiner Funktion als Generaldirektor der ADR Centru versteht er es aber glänzend, den politischen Proporz zu wahren, was einen erheblichen Einfluss auf die politische Stabilität der Region hat.


Die regionale Entwicklungsagentur: ADR Centru

Die regionale Entwicklungsagentur ADR Centru hat in Rumänien einen sehr guten Ruf. Sie wird seit ihrer Gründung 1999 von Dr. Cretu geleitet. Die ADR Centru gehört zu den besten Zwischengeschalteten Stellen in Europa, was des Öfteren durch die Kommission anerkannt wurde. Der Absorptionsgrad der EU-Mittel liegt bei weit über 80%.

Die Entwicklung der ADR Centru wurde von Brandenburger Experten in zwei Twinningprojekten, einem Twinninglightprojekt sowie zwei weiteren Projekten, finanziert vom BMWI, begleitet (von 2002 bis 2012). Dr. Cretu und sein Team betonen, dass die eigene positive Entwicklung nur durch die jahrelange und kontinuierliche Begleitung durch die Brandenburger Experten sowie durch die erfolgreiche Durchführung von 7 gemeinsamen EU-finanzierten und zahlreichen bilateralen Projekten sowie den Austausch von Fachexperten möglich wurde.

In der EU-Generaldirektion Regio gilt die Partnerschaft zwischen Brandenburg und Centru als die erfolgreichste regionale Partnerschaft zweier europäischer Regionen überhaupt, insbesondere, da sie auf den Fundamenten der Verwaltungspartnerschaft beruht, die die GD Regio in den 90er Jahren für die Beitrittskandidaten ins Leben rief.

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