Hochwasser im Partnerkreis Alba

06.07.2020

Gravierende Schäden durch Starkregen im Juni

Besuch des Kreispräsidenten, Ion Dumitrel, in Aiud anlässlich der Sitzung des Katastropheneinsatzkomitees (Foto: Kreis Alba)zoom

Der Starkregen der letzten Juni-Wochen hat in Rumänien zu teils schweren Überschwemmungen geführt. Vier Menschen, darunter ein Kind, haben ihr Leben verloren. Betroffen waren insgesamt 161 Ortschaften in 29 Landkreisen.

Im Kreis Alba, dem Partnerkreis der Prignitz, erwies sich die Lage in einigen Teilen als gravierend. Die Hälfte des östlichsten Teils des Kreises war von katastrophalen Überschwemmungen betroffen. 32 Flutopfer wurden in einem Sportsaal untergebracht, 4 Personen aus den Fluten gerettet. Etliche Brücken sind zerstört. Hunderte Anwesen wurden überflutet, Land- und Nationalstraßen sowie Eisenbahntrassen unterspült. Die Strom- und Gasversorgung war zeitweise unterbrochen; tausende Einwohner waren stundenlang ohne Strom. Leitungen müssen in Größenordnungen repariert werden. Landwirtschaftliche Nutzflächen wurden verwüstet, Gärten, Gewächshäuser stehen unter Wasser. Es wird merkliche Ernteeinbußen geben. Das trifft vor allem Selbstversorger. Im Kreis Alba leben zahlreiche Familien von der Subsistenzwirtschaft. Die Einkünfte der Bauern werden häufig einzig über den Direktverkauf auf dem Markt oder an der Straße realisiert.

In Aiud und weiteren sechs Ortschaften stand das Wasser zeitweise bis zu 1,5 Metern hoch. Allein in Aiud sind 111 Häuser und die dazugehörenden Liegenschaften, Gärten und Gewächshäuser überflutet worden. 2 Häuser sind vollständig zerstört. 12 Firmen sind betroffen, der Bahnhof Aiud, 10 Brücken wurden unterspült bzw. weggerissen, 6,5 km Straßen sind reparaturbedürftig. Mehrere Erwachsene, Kinder und ein Baby wurden von der Feuerwehr aus den Fluten gerettet. 55 Feuerwehrmänner waren mit 3 Spezialfahrzeugen und 13 Motorpumpen im Einsatz. Die Schnelle Medizinische Hilfe und der Katastrophendienst waren desgleichen stundenlang im Einsatz.

Eine Prignitzer Delegation mit Landrat Torsten Uhe hatte im Juli 2019 die Stadt Auid besucht. Sie überreichte damals dem Verein „Ein Schritt vorwärts, Alexandra“ Hilfsgüter, die das Kreiskrankenhaus in Perleberg gespendet hatte.

Seit einigen Jahren gibt es in Rumänien den Katastrophenwarndienst als APP: RO-ALERT. Darüber wurden die Einwohner und Geschäftsleute relativ frühzeitig gewarnt, so dass nicht noch mehr Schäden, insbesondere an Personen zu beklagen waren. Vor allem ein Teil der Tiere konnte noch in Sicherheit gebracht werden. Bei den Reparaturen und der Beseitigung der Schäden wurden die Einsatzkräfte von zahlreichen Freiwilligen unterstützt.

Der Juni war laut rumänischer Meteorologen der niederschlagsreichste seit 60 Jahren. Für die kommenden Wochen wurde noch keine Entwarnung gegeben.

© Landkreis Prignitz 


Berliner Str. 49 -  19348 Perleberg -  Telefon: 03876 - 713-0  -   Fax: 03876 - 713-214
Seitenmotiv