Landesförderprogramm „Zusammenhalt“ zugunsten der ländlichen Region

15.09.2022

Pritzwalker Ortsteil Giesendorf und Rundlingsdorf Pirow erhalten Bestätigung zum Förderbescheid

Michael Bentrup (2.v.l.) übergibt die Urkunde zur Förderbestätigung im OT Giesendorf an Pritzwalks Bürgermeister Dr. Ronald Thiel  / Foto: LK Prignitz, M. Meier-Donauzoom

Ziel des Landes Brandenburg ist es, mit dem neuen Förderprogramm „Zusammenhalt“, den ländlichen Raum zu stärken. Dafür wurden finanzielle Mittel in Höhe von 5 Millionen Euro bereitgestellt. „Die Antragsflut war überwältigend“, so der zuständige Abteilungsleiter Michael Brentrup. Dieser war am Mittwoch, den 14. September, im Auftrag des Staatssekretärs Grimm, zur urkundlichen Bestätigung der Förderbarkeit zweier Projekte in die Prignitz gekommen. Ihn begleitete u.a. Frank Schütz, Vorsitzender der Dorfbewegung Brandenburg und ehrenamtlicher Bürgermeister von Golzow im Oderbruch. 71 der eingereichten Projekte wurden im Rahmen des Programms von einer unabhängigen Jury ausgewählt und als förderfähig beschieden. So auch die eingereichten Projekte des Pritzwalker Ortsteils Giesendorf und des Rundlingsdorf Pirow, Amt Putlitz-Berge.

Worum geht es im Einzelnen? Pritzwalk will die Wegeleitung in seinen 18 Ortsteilen verbessern. Giesendorf wird deshalb mit den entsprechenden Geldmitteln, dass bereits in der Kernstadt existierende Infosystem der „Postmeilensäulen“ erhalten. Der Ortsteil stellt somit den Ausgangspunkt für die Einführung dieses erprobten Informations- und Wegeleitsystems dar. Der Bürgermeister der Stadt Pritzwalk, Dr. Ronald Thiel begrüßte die finale Entscheidung der Jury. „Zusammenhalt ist selbstverständlich eine der wichtigsten Komponenten einer Gemeinschaft, gerade was den ländlichen Raum betrifft. Denn besonders hier sind Kommunikation und Information extrem wichtig, garantieren sie doch letztenendes den Zusammenhalt. Deshalb wurde das Projekt inhaltlich auch entsprechend ausgerichtet und eng mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zusammen erarbeitet“, konstatierte Thiel bei seiner Einführung. Laut Christoph Albrecht, Angebotsleiter der CJD-Einrichtung vor Ort, sind viele Ideen der Giesendorfer und auch des CJD beim Entstehungsprozess mit eingeflossen.

Michael Bentrup (4.v.r.) übergibt die Urkunde zur Förderbestätigung an den Pirower Ortsbürgermeister Uwe Kessler (3.v.r.) / Foto: LK Prignitz, M. Meier-Donauzoom

Auch ein möglicher Standort der digitalen Infosäule wurde schon gemeinschaftlich ins Auge gefasst. „Der Raum um die, aus DDR-Zeiten stammende, alte Bushaltestelle wird aktuell von der Mehrheit favorisiert“, erzählte Ortswehrführer Frank Herrling. Diese wird nicht mehr benutzt und könnte u.a. auch als zentraler Anlaufpunkt für Touristen und insbesondere Radfahrer dienen. „Uns war es wichtig, das Leben, die Kultur und die Sichtweisen der Menschen vor Ort – also die ortsteilspezifische Identität mit in den Entstehungsprozess einfließen zu lassen“, so der Leiter der Museumsfabrik Pritzwalk, Lars Schladitz, bei seinen Ausführungen zur Projektvorstellung. „Wir möchten die Möglichkeiten zur Informationsgebung, aber auch der Informationsänderung digitaler und somit aktueller und flexibler gestalten“. Seiner Aussage nach könnten beispielsweise Ortsobjektschilder ergänzend QR-Codes erhalten und dadurch via Smartphone den informellen Zugang, u.a. zu historischen Daten und interessanten Fakten, für Besucher vereinfachen. Aber auch Veranstaltungskalender, Informationen aus der Stadtverwaltung und andere wichtige Infos könnten ausgespielt und so zu einer nützlichen digitalen Erweiterung des guten alten Schaukastens oder des Schwarzen Bretts werden. „Die Gesamtheit dieses Projektes, aber auch die Optionen der Erweiterbarkeit haben am Ende überzeugt“, so Michael Brentrup und Frank Schütz einstimmig zur Entscheidung der Jury.

Die zweite positive Bestätigung zum Förderbescheid wurde dann von beiden in Pirow übergeben. Ortsbürgermeister Uwe Kessler und Peter Jonel, 1. Stellvertreter des Amtsdirektors vom Amt Putlitz-Berge stellten, sich gegenseitig ergänzend, das Pirower-Projekt vor, welches sich in mehrere Bereiche gliedert. So geht es u.a. um die Realisierung eines stabilen WLANs im Ortskern für Kita, Jugendraum, Feuerwehr, Dorfplatz und Dorfgemeinschaftshaus. Des Weiteren plant die umtriebige Gemeinde die Modernisierung des vorhanden Jugendraumes, die Anschaffung einer E-Ladesäule für E-Autos und wenn möglich auch nutzbar für E-Bikes sowie eine umfassende Instandsetzung des Dorfteiches, der auch als Löschteich für die Feuerwehr relevant ist. Auch eine, zum Verweilen einladende Neugestaltung des umliegenden Areals ist geplant. Damit kommt die Gemeinde auf eine Gesamtsumme von ungefähr 100.000 Euro, die zu 90 Prozent gefördert wird.

Uwe Kessler und die unterstützenden Pirower zeigte sich deshalb hoch erfreut über diese besondere Förderzusage. „Der somit noch zu finanzierende notwendige Eigenanteil ist für uns nun absolut tragbar. Die Entscheidung der Jury ist darüber hinaus eine wichtige Bestätigung für das Engagement des Dorfes und sein unermüdliches Bemühen, die Ortslage moderner und auch für junge Familien, Touristen und Zuzügler attraktiver zu gestalten“, so Kessler. Dem fügte Peter Jonel hinzu, dass er gerade auch die Eigeninitiative und die zahlreichen Ideen der Pirower besonders schätze.

Der Besuch aus Potsdam war am Ende der kleinen Rundreise durch die Prignitz sichtlich angetan. Denn beide Projektteilnehmer haben mit ihren eingereichten Förderanliegen und ihrer dafür notwenigen Einsatzbereitschaft eindrucksvoll gezeigt, dass Zusammenhalt im ländlichen Raum nicht nur ein Wort ist, sondern im Alltag aktiv gelebt wird. Und gerade dieser Fakt, ist ein Garant für die erfolgreiche Umsetzung weiterer toller Projekte in der sich wandelnden Peripherie Brandenburgs.

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