Zentrale archäologische Orte: Erster Vortragsabend 2024

09.02.2024

Auf „Spuren einer verlorenen Sammlung“ begab sich am Freitag, 26. Januar 2024, Sarah Romeyke im Wegemuseum Wusterhausen/Dosse. Mit dem gleichnamigen Vortrag eröffnete sie die Vortragsreihe zu den Zentralen Archäologischen Orten (kurz ZAO) in der Prignitz für das Jahr 2024, nachdem die Museumsleiterin Katharina Zimmermann die Gäste begrüßt hatte.

ZAO-Vortrag Wegemuseum Wusterhausen: Sarah Romeyke bei ihrem ZAO-Vortrag im Wegemuseum Wusterhausen. 		Foto: Landkreis Prignitzzoom

In dem überaus spannenden und mit zahlreichen interessanten sowie kuriosen Anekdoten versehenen Vortrag der ehemaligen Kuratorin der Dauerausstellung im Klosterstift Heiligengrabe ging es um das Schicksal des Heimatmuseums Heiligengrabe (1909 bis 1946, auch als Prignitz-Museum bekannt). Dessen einst etwa 6.000 Fundstücke umfassender Bestand war der nach Kriegsende von Zerstörung, Abtransport und Umverteilung betroffen.

„Reste und Spuren dieser einst großartigen Sammlung lassen sich heute noch in den Prignitzer Museen von Wusterhausen, Pritzwalk und Wittstock aufspüren“, berichtete Sarah Romeyke, „sie haben vereinzelt sogar Platz in den Dauerausstellungen gefunden.“ Auch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum ist noch heute im Besitz einiger Fundstücke aus Heiligengrabe, die geborgen werden konnten.

Tatsächlich handelt es sich hier um archäologische Kulturgüter früher Prignitzer Grabungen (Fundplätze: Kemnitz, Kuhbier und Dahlhausen) und um Funde, die aus der Vorkriegszeit stammen und wichtige wissenschaftliche Beiträge zur Erforschung und Einordnung der Prignitzer Ur- und Frühgeschichte sowie des Mittelalters leisten.

Sarah Romeyke, Katharina Zimmermann und Gordon Thalmann, Leiter der Unteren Denkmalbehörde beim Landkreis Prignitz, verwiesen abschließend darauf, dass es lohnenswert sein könnte, den Bestand weiterführend zu erfassen und Herkunftsforschung zu betreiben. Denn auch in Museumsdepots kann man – durchaus mit überraschenden Ergebnissen – archäologische „Ausgrabungen“ betreiben.

Im Anschluss hatten die Gäste zahlreiche Fragen und diskutierten angeregt darüber, wo die verschollenen und nicht zerstörten Artefakte der archäologischen Sammlung aus Heiligengrabe noch verblieben sein könnten.

Nächster Termin in der ZAO-Vortragsreihe:

Vortragsabend am Montag, 18.  März  2024, um 19 Uhr in der Aula des Gottfried-Arnold-Gymnasiums, Puschkinstraße 13, 19348 Perleberg

Sensationsfund am „Königsgrab Seddin“ mit Professor Dr. Franz Schopper (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum) und Dr. Immo Heske (Universität Göttingen).

Reste der Sammlung aus dem Heiligengraber Heimatmuseum in Wusterhausen 2002. 	Quelle: Klosterstift zum Heiligengrabe
Reste der Sammlung aus dem Heiligengraber Heimatmuseum in Wusterhausen 2002. Quelle: Klosterstift zum Heiligengrabe

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