Vom „Beton-Erbe“ zu Orten der Zukunft: Junge Forscherinnen stellten Strategie zur Umnutzung von DDR-Agrarbauten vor

12.03.2026

Wie können ehemalige Agrarbauten aus der DDR-Zeit in der Prignitz einer neuen Nutzung zugeführt werden? Dieser Frage sind Lea Beck und Mara Oppermann in ihrer 2024 an der TU Berlin im Fachbereich Architekturtheorie entstandenen Masterarbeit nachgegangen. Am 10. März präsentierten sie ihre Ergebnisse in der Kreisverwaltung vor Vertretern aus den Sachbereichen Denkmalschutz und Kreisentwicklung. Zu den interessierten Zuhörern zählte auch die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz e. V., Christine Streese.

Im Zuge ihrer Beschäftigung mit dem Thema haben die beiden jungen Forscherinnen das Konzept der „Transfarmation“ entwickelt, mit dem ehemalige „Agrarfabriken“ durch reflektierten Erhalt der Bausubstanz in Zentren für alternative Formen von Landwirtschaft umgewandelt werden könnten. Gerade angesichts des Klimawandels und zunehmender Trockenheitsperioden würden leerstehende oder lediglich teilgenutzte Agrarbauten aus der DDR-Zeit Chancen für innovative Anbauformen bieten. Die großflächigen Hallen seien ideal für Pilotprojekte wie beispielsweise Vertical Farming, Pilz-, Algen- oder Kakteenzucht.

Rund 200 ehemalige Agrar-Anlagen in der Prignitz

In der Prignitz existieren derzeit rund 200 solcher Anlagen, in denen häufig LPGs angesiedelt waren. Viele davon befinden sich als Solitäre außerhalb der Dörfer. Der Zustand reicht von Ruinen über Teilnutzungen bis hin zum laufenden Betrieb, wie Lea Beck und Mara Oppermann erläuterten.

Am Fallbeispiel Vehlow erörterten sie, wie Akteure vor Ort, etwa der Kreisbauernverband, in Strategien der Umnutzung eingebunden werden könnten. Besonders anschaulich wurden die baulichen Möglichkeiten zudem durch mehrere je einen Meter lange Hallen-Modelle, die Beck und Oppermann für ihre Masterarbeit eigens angefertigt hatten. Um die Wirtschaftlichkeit neuer Anbauformen zu gewährleisten, schlugen sie das Konzept der Genossenschaft als betriebswirtschaftliche Dachstruktur vor.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, wie das Konzept der „Transfarmation“ für die Prignitz künftig in der Praxis nutzbar gemacht werden könnte. Gordon Thalmann, Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur, sprach sich dafür aus, zu einer Veranstaltung einzuladen, auf der das Konzept nochmals vor Vertretern aus Landwirtschaft, Denkmalschutz und lokaler Politik präsentiert werden solle – im Idealfall in einer leerstehenden LPG-Halle.

Mara Oppermann (l.) und Lea Beck stellten ihr Konzept der „Transfarmation“ in der Kreisverwaltung vor. / Foto: Landkreis Prignitz/Gordon Thalmann
Mara Oppermann (l.) und Lea Beck stellten ihr Konzept der „Transfarmation“ in der Kreisverwaltung vor. / Foto: Landkreis Prignitz/Gordon Thalmann

© Landkreis Prignitz 


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