20.04.2026
Sie sind archäologische Stätten von überregionalem Interesse und werden kontinuierlich weiter erforscht und erschlossen: das Königsgrab Seddin und die Kuhburg bei Wüsten Vahrnow. In der vergangenen Woche konnte der Sachbereich Denkmalschutz der Kreisverwaltung Prignitz dort rund 70 Experten aus den Bereichen Grabungstechnik und Feldarchäologie aus ganz Deutschland begrüßen, die im Rahmen einer Exkursion in der Region zu Gast waren.
Hintergrund war die 4. Fachtagung des Verbandes für Grabungstechnik und Feldarchäologie e. V. (VGFA), die vom 14. bis 17. April in Brandenburg an der Havel stattfand. Von dort aus ging es am 16. April für die Teilnehmer in mehreren Gruppen in die Prignitz zum Zentralen Archäologischen Ort (ZAO) Königsgrab Seddin und nach Wüsten Vahrnow sowie zu den ZAO-Standorten Freyenstein und Wittstock/Dosse im Nachbarlandkreis Ostprignitz-Ruppin.
Prignitzer Kreisarchäologe stellte Kuhburg und Königsgrab vor
In Seddin und Wüsten Vahrnow wurden die Gäste vom Prignitzer Kreisarchäologen Torsten Geue in Empfang genommen. Er erläuterte an der Kuhburg, wie die mittelalterliche Anlage nach derzeitigem Forschungsstand ursprünglich ausgesehen haben könnte, und stellte insbesondere das von 2020 bis 2025 umgesetzte Leader-Projekt zur touristischen Erschließung der Anlage vor.
Am ZAO-Standort Königsgrab Seddin berichtete Torsten Geue dann von der spektakulären Entdeckung der sagenumwobenen Grabkammer des „Königs Hinz“ im Jahre 1899 und erklärte Aufbau und Funktion des um 800 v. Chr. errichteten Hügels, der als eine der bedeutendsten Grabanlagen der jüngeren Bronzezeit im nördlichen Mitteleuropa gilt.
Seit 2000 wird am und um das Königsgrab alljährlich archäologisch gegraben, 2016 wurde das Areal zum Grabungsschutzgebiet erklärt – einem der größten in Deutschland. Weitere spannende Einblicke in die Geschichte des Grabes bekamen die Gäste zudem von Jörg Hildebrandt, der sich seit über 40 Jahren als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger in der Prignitz engagiert.
Auf dem für die Gäste organisierten Programm stand darüber hinaus ein Vortrag von Dr. Philipp Koyan von der Arbeitsgruppe Angewandte Geophysik der Universität Potsdam: Er stellte Methoden der Geomagnetik vor und erläuterte, an welchen Orten in der Prignitz diese in vergangenen Jahren bereits zum Einsatz kamen.
Gordon Thalmann, Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur in der Kreisverwaltung Prignitz, zeigte sich begeistert vom Erfolg der Exkursion: „Es ist großartig, dass Grabungsexperten aus ganz Deutschland Interesse an den archäologischen Highlights der Prignitz zeigen. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren exzellent; viele möchten den engen Austausch fortsetzen und die weiteren Entwicklungen in unserer Region im Blick behalten.“
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