28.05.2026
Am 28. Mai 2026 beteiligte sich das Kreiskrankenhaus Prignitz an einer bundesweiten Protestaktion deutscher Kliniken. Auch Landrat Christian Müller war vor Ort und fand klare Worte.
Mit deutlichen Worten positionierte sich Landrat Christian Müller am 28. Mai 2026 vor dem Kreiskrankenhaus Prignitz gegen die geplanten Änderungen im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes. Gemeinsam mit Geschäftsführer Karsten Krüger, Beschäftigten des Krankenhauses und Arbeitnehmervertretungen warnte Müller vor den möglichen Folgen für die medizinische Versorgung insbesondere im ländlichen Raum.
„Die Krankenhausreform sollte Kliniken eigentlich vom wirtschaftlichen Druck entlasten. Doch der neue Gesetzesentwurf bewirkt genau das Gegenteil“, erklärte der Landrat vor Ort. Dem Kreiskrankenhaus drohen durch die geplanten Änderungen Kürzungen in Höhe von drei bis vier Millionen Euro pro Jahr. „Das ist ein Finanzierungs-Paradoxon. Wie sollen die Kliniken die Reform-Maßnahmen umsetzen, wenn ihnen mit diesem Gesetzesentwurf jegliche finanzielle Grundlage für den Transformierungsprozess genommen wird“, so Müller weiter.
Besonders kritisch sieht er die bundesweiten Auswirkungen auf kleinere Krankenhäuser und Grundversorger im ländlichen Raum. Diese verfügten häufig nur über geringe finanzielle Rücklagen und seien damit auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen. „Wenn wir Kliniken erhalten wollen, die die medizinische Versorgung in der Fläche sichern, dürfen wir sie nicht zusätzlich unter Druck setzen“, betonte er.
Kritik äußerte der Landrat zudem an der wachsenden Bürokratie, die mit dem neuen Entwurf einhergehen würde. Während die Krankenhausreform eigentlich Entlastungen schaffen sollte, führt die im Gesetzesentwurf enthaltene Anhebung der Prüfquoten des Medizinischen Dienstes zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand. „Die Krankenhäuser sollten von unnötiger Bürokratie befreit werden. Stattdessen droht jetzt noch mehr Dokumentations- und Prüfaufwand“, erklärte Müller.
Nach Einschätzungen des Landrates könnten die geplanten Einsparungen bundesweit Insolvenzen und Standortschließungen beschleunigen. Gerade kleinere Häuser - wie auch das Kreiskrankenhaus – könnten einem „kalten Strukturwandel“ ausgeliefert werden, noch bevor die schützenden Reformmaßnahmen greifen könnten. „Es geht hier um die Zukunft der medizinischen Versorgung der Menschen vor Ort. Das ist nicht akzeptabel, das dürfen wir nicht hinnehmen“, sagte Müller abschließend.
Die Protestaktion am 28. Mai 2026 fand im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages deutscher Kliniken statt, mit dem Ziel, gemeinsam ein Zeichen für den Erhalt der ländlichen Krankenhausversorgung zu setzen.

© Landkreis Prignitz
